Die theologische Forschung um den Hl.Joseph hat ihren Ursprung in jüngster Zeit. Man kann indessen erste Ersheinungen dieser wissenschaftlich neuen Forschung in der italienischen Stadt Modena finden, wie zum Beispiel die Publikation der Revue Il divoto di San Giuseppe 1863. Ebenfalls zu erwähnen ist die Stadt Ferrara, wo Pater Antonio Maria Zanchini zusammen mit dem Dominikaner Tomaso Baldrati im Jahre 1867 die Gesellschaft gründete Società promotrice mit dem Ziel, den HL.Joseph als Patron der ganzen Kirche anzuerkennen – man kennt den Erfolg. Das Interesse an der Erforschung der Gestalt des HL.Joseph war neu erwacht.

Die Erneuerung der wissenschaftlichen Erforschung ist neueren Datums: Sie kommt aus Valadolid, wo Pater Carrasco,ocd, 1947 die Estudios Josefinos publizierte. Am 30. August 1951 eröffnete die Gründung der Sociedad Española Josefina eine Bewegung, die sich vergrösserte und sich der ganzen Welt mitteilte. Zwei Jahre später wurde diese Gesellschaft neu definiert in Sociedad Ibero-americana de Josefologia und vereinte die spanisch- und portugiesisch-sprechenden Länder. Im Jahre 1957 gründete Pater Carasco noch das spanische Zentrum der Joseph-Forschung Centro espagnol de investigationes josefinos.

Parallel dazu gab 1953 Vater Roland Gauthier am Oratoire Saint Joseph in Montreal eine ausserordentliche wissenschaftliche Revue heraus les Cahiers de Josephologie, die dann 1966 Cahiers de l’Oratoire Saint-Joseph wurden. Dieses Forschungszentrum Mont-Royal sollte eine Referenz werden für alle weiteren Forschungszentren. Heute kann man das Ausmass des Werkes von Pater Gautier sehr gut ermessen dank des Centre d’archives et de documentation Roland Gauthier, das im September 2014 eingeweiht wurde. Dort findet man die grösste Werksammlung, die über ST.Joseph weltweit besteht.

Nach und nach wurden andere Zentren der theologischen Forschung von ST Joseph in der ganzen Welt gegründet.

In Italien, das seit Beginn einen bedeutenden Platz innehatte, entstand 1952 die Congregazione di San Giuseppe (gegründet von Hl.Leonard Murialdo) und wurde Centro Studi San Giuseppe. Die Congregazione degli Oblati di San Giuseppe, von Hl.Joseph Marello gegründet, setzt sich zusammen mit dem Movimento Giuseppino dafür ein, den Kult des Hl.Joseph, speziell durch die Zeitschrift Joseph seit 1963 zu propagieren. Das Movimento Giuseppino wurde 1989 in Asti ins Leben gerufen als Antwort auf die apostolische Exhortation Redemptoris Custos des HL.Jean-Paul II. Erwähnt sei noch die Pia Unione del Transito di San Giuseppe (vom Hl. Louis Guanella gegründet) und seine Revue La Santa Crociata.

In Südamerika zeichnet sich Mexiko aus, wo die Josephs-Missionare (vom Gottesknecht JM Vilaseca gegründet) drei Forschungszentren gegründet haben. Das älteste ist das Centro de Estudios Josefinos de Mexiko von 1958, das 1982 Centro de Documentacion y Estudios Josefinos de Mexiko geworden ist. Ausserdem gibt es seit 1985 das Centro Josefino de Centro America, das in Salvador gegründet wurde, und seit 1996 das Centro Josefino de Chile in Chile.

In Europa sehen wir seit 1969 in Kalisz das Centrum Jozefologiczne. Die Stadt beherbergt eine der ältesten Heiligen Stätten der Welt, wo Verehrung und Wallfahrten noch sehr lebendig sind. Seit 2009 verfügt das Zentrum über ein Institut der theologischen Ausbildung über den HL. Joseph.

In den letzten 50 Jahren sind weitere Zentren entstanden:
In Deutschland, in der Stadt Kevelaer der Arbeitskreis für Josephstudien im Jahr 1992, in Rabat auf Malta 1993, in Korea 993, in Lima in Peru 2002, in Apucarana in Brasilien 2003, in Puimisson, Frankreich, wo das Institut Redemptoris Custos (InReC) am 19.März 2011 eingeweiht wurde, und in Kleinhain in Österreich , wo am 23.1.2013 die Gemeinschaft vom Heiligen Joseph eingeweiht worden war.